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Neuigkeiten rund um die KESLA

 
28.08.2015

Pressemitteilung

“Neue Einstufung als krebserzeugend bei Formaldehyd“
 

– Alternativen für die Desinfektion –

 

Bitterfeld-Wolfen, 28.08.2015
 

Aufgrund seiner Giftigkeit für viele Lebensformen wird Formaldehyd seit über 100 Jahren als Konservierungs- und Desinfektionsmittel eingesetzt. Formaldehyd kann Allergien, Haut- und Atemwegsreizungen verursachen, das Gedächtnis, die Konzentrationsfähigkeit und den Schlaf negativ beeinflussen. Eine krebserregende Wirkung ist nachgewiesen! Die Europäische Union hat in 2015 eine rechtsverbindliche Neueinstufung dieses Gefahrstoffes mit weitreichenden Konsequenzen für Anwender – etwa im Gesundheitswesen und der Tierhaltung – vorgenommen. Als sinnvolle Alternative für Desinfektionsanwendungen sind die Peressigsäure-Spezialitäten der Kesla Hygiene AG hervorzuheben.
 
Seit dem 1. April 2015 ist Formaldehyd rechtsverbindlich im Anhang VI der Verordnung 2008/1272/EG über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen als „krebserzeugend“ (Kategorie 1B) sowie „keimzellmutagen“ (Kategorie 2: verdächtig) eingestuft.
 
Bereits im Jahr 2004 änderte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO die seit 1995 bestehende Einstufung von Formaldehyd von „Verdacht auf krebserregende Wirkung“ auf „krebserregend für den Menschen“. Karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestufte Stoffe („CMR-Stoffe“) gelten als besonders gefährlich und müssen durch weniger gefährliche Stoffe ersetzt werden. Hintergrund der WHO-Einstufung ist eine epidemiologische Studie, die bei Arbeitern, die mehrere Jahre in der Industrie Formaldehyd ausgesetzt waren, eine erhöhte Sterblichkeit durch Tumore des Nasen-Rachenraumes aufgezeigt hat. Seit 2006 sieht auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aufgrund eigener Studienergebnisse die krebserzeugende Wirkung von Formaldehyd bei Aufnahme über die Atemluft als belegt an.
 
Die nunmehr rechtsverbindliche Einstufung durch die EU in die Kategorie 1B ist aus Sicht des Verbraucherschutzes zwar begrüßenswert aber auch überfällig. Eine Übergangsfrist läuft bis zum 1. Januar 2016. Höchste Zeit für die Betriebe, sich mit der veränderten Rechtslage zu befassen. Alle Tätigkeiten mit Produkten, die Formaldehyd enthalten, müssen einer erneuten Gefährdungsbeurteilung unterzogen werden. Neben Schutzmaßnahmen gemäß Gefahrstoffverordnung sind gemäß §10 zusätzlich auch „besondere Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit CMR-Stoffen“ zu berücksichtigen. Maßgeblich ist die Einhaltung der Schwellenwerte, unterhalb derer ein sicherer Umgang mit dem Stoff möglich ist. Diese Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) sind in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 900 veröffentlicht.
 
Von einer möglichen Überschreitung der AGW ist nach Untersuchungen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in den Bereichen der Flächendesinfektion mit formaldehydhaltigen Mitteln, bei der manuellen Instrumentendesinfektion an offenen Becken, bei Entsorgungsfragen in der Pathologie sowie in der Veterinär- und Human-Anatomie auszugehen. Hier ist zuvorderst ein Ersatz formaldehydhaltiger Produkte zu prüfen und auch nachzuweisen.
 
Peressigsäurehaltige Desinfektionsmittel stellen die Alternative dar. Peressigsäure besitzt die höchste Wirkungsgeschwindigkeit aller bioziden Mittel. Der Wirkstoff hat keinen Temperaturfehler, weshalb in der kalten Jahreszeit eine Höherdosierung entfällt. Der Zerfall in Wasser, Sauerstoff und Essigsäure begünstigt den Einsatz überall dort, wo Anwender Wert auf eine weitreichende Abbaubarkeit legen. Wegen ihrer unspezifischen Wirkungsweise spielen Keimresistenzen keine Rolle. Ein gelegentlicher Wechsel der Produktwirkstoffe entfällt daher.
 
Das Unternehmen Kesla gilt in Deutschland als Wegbereiter dieses erfolgreichen Wirkstoffs. Die bei Peressigsäure bekannte korrosive Wirkung auf Buntmetalle und der typische Essigsäuregeruch wird bereits seit Ende der 90er Jahre durch die Alkalisierbarkeit der Peressigsäure Wofasteril mit dem Puffer- und Reinigungsadditiv alcapur minimiert. Hieraus sind eine Reihe innovativer, materialverträglicher Peressigsäure-Spezialitäten entstanden, die Einzug in die Bereiche Landwirtschaft und Tierhaltung, Tiertransportgewerbe, Aquakulturen, Lebensmittelverarbeitung sowie Rettungsdienst und Katastrophenschutz gefunden haben.
 
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