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Kesla Pharma Wolfen GmbH ChemiePark Areal B Ost
Keslastr. 1 Thiuramstr. 2
06803 Bitterfeld-Wolfen 06803 Bitterfeld-Wolfen

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Unternehmensgeschichte
 

Die KESLA PHARMA WOLFEN GMBH entstand Anfang 1993 durch MBO-Privatisierung der Sparte Desinfektionsmittel/Pharma der ehemaligen Farbenfabrik Wolfen (von 1979 bis 1991 Werksteil Wolfen des Chemiekombinates Bitterfeld). In diesem, bis 1945 zur IG Farben gehörenden Unternehmen hatten Entwicklung und Produktion von Desinfektionsmitteln eine bis in die Jahre des zweiten Weltkrieges zurückreichende Geschichte. Die Farbenfabrik Wolfen – Stammzeichen Wofa – war bis zur Vereinigung der größte ostdeutsche Hersteller von Desinfektionsmitteln.
 
1991 hatte eine kleine Gruppe von Chemikern aus der Werksforschung nach einem im April 1990 zunächst fehlgeschlagenen Privatisierungsversuch die KESLA CHEMIE GMBH gegründet, die aus praktischen Gründen ihren ersten Sitz im oberfränkischen Selbitz hatte und am 14. Juni 1991 ins Handelsregister B beim Amtsgericht Hof/Saale eingetragen wurde. Im Namen dieser neuen Gesellschaft wurde 1992 ein zweiter Privatisierungsversuch unternommen, um das schon beschlossene Aus für die Wolfener Pharmaproduktion abzuwenden. Diesmal fand das Konzept, das immaterielle Werte fest an Arbeitsplätze am Standort koppelte, die Unterstützung von Landesregierung und Treuhandanstalt. Im März 1993 wurde der Privatisierungsvertrag unterzeichnet.
 
Für die folgenden Jahre passten die bekannten Worte ¨Auferstanden aus Ruinen…¨. Trotz hartem Wettbewerb konnte sich das privatisierte Unternehmen fest am Markt etablieren und fast in jedem Geschäftsjahr ein zweistelliges Umsatz- bzw. Ertragswachstum erzielen. Die KESLA investierte Jahr für Jahr bis zur Grenze des Möglichen. Durch unternehmerisches Engagement und Besinnung auf die eigene Kraft konnten nicht nur die zum Zeitpunkt der Privatisierung noch vorhandenen Arbeitsplätze erhalten, sondern im Laufe der Jahre in der zur Firmengruppe gewachsenen KESLA erheblich vermehrt werden. 1996 wurde der Firmenname in KESLA PHARMA WOLFEN GMBH geändert, da die Mehrzahl der damaligen Erzeugnisse im Geltungsbereich des Arzneimittelgesetzes lag.
 
Als erstes Chemieunternehmen in Sachsen-Anhalt – und als drittes Industrieunternehmen des Landes – wurde die Produktionsstätte mit der Reg-Nr. DE-S-15700003 in das Standortregister der EU für Unternehmen mit geprüftem Umweltmanagement eingetragen. Etwa zeitgleich erfolgte die Zertifizierung des Qualitätsmanagementes nach DIN EN ISO 9001. Das Unternehmen entwickelte sich seither auch zum Ausbildungsbetrieb für Chemikanten, Mechatroniker und Laboranten sowie für Kaufleute im Groß- und Außenhandel und ist Partner für Universitäten und Hochschulen bei der Durchführung akademischer Qualifikationsarbeiten und studentischer Praktika.
 
Stofflich profilbestimmend bei den Desinfektionsmitteln und Antiseptika ist die innovative Basis Per(oxy)essigsäure (kurz: PES). Dieser Wirkstoff kommt dem Idealbild eines Desinfektionsmittels am nächsten: Er ist hocheffizient, wirkt extrem rasch und lückenlos gegen alle Arten von Keimen (Bakterien, Pilze, Viren) einschließlich der Dauerformen (Sporen). PES zerfällt bei der Anwendung in Aktivsauerstoff, Wasser und Spuren von Essigsäure, hinterlässt also keinerlei langlebige Rückstände.
 
Auf dem Gebiet der PES-Anwendung in Medizin und Lebensmittelhygiene wurde in der damaligen DDR Pionierarbeit geleistet. Das seit 1972 in Wolfen produzierte Wofasteril wurde in der DDR zum Synonym für PES schlechthin und ist inzwischen als effektivstes Desinfektionsmittel aller in der BRD gelisteten Handelspräparate bestätigt und anerkannt.
 
Seit den 1970er Jahren wird in Wolfen mit führenden Institutionen der Human-, Veterinär- und Lebensmittelhygiene wissenschaftlich gearbeitet. So entstanden mit Upersan-dip (Zitzen-/Euterantiseptikum) und Uterofertil neu (Uterotherapeutikum für Rinder) die ersten deutschen Tierarzneimittel auf PES-Basis. Diese Tradition wird auch im privatisierten Unternehmen gepflegt: Mitarbeiter verschiedener Fachdisziplinen beschäftigen sich im Team ständig oder zeitweilig mit Aufgaben der Produkt- und Verfahrensinnovation im Grenzbereich zwischen Chemie, Mikrobiologie, Pharmazie, Veterinärmedizin und Lebensmitteltechnologie. Unterstützt durch öffentliche Fördermittel erweiterte sich die materielle Basis von Forschung und Entwicklung etwa seit 1994 schrittweise, so dass immer anspruchsvollere chemisch-analytische, physikalische und mikrobiologische Untersuchungen selbst durchgeführt werden konnten.
Zugleich wurden die übernommenen Betriebsstätten mit einem Aufwand von etwa 10 Millionen € teilweise rückgebaut, modernisiert, rationalisiert und durch Neubauten erweitert. Heute erinnern die Gebäude auf dem ca. 17.000 m2 großen Werksgelände kaum noch an den Pharmabetrieb der Vorwendezeit.
 
Zu Beginn des Jahres 2004 wurde die KESLA PHARMA WOLFEN GMBH aus privater Hand in zwei von den Gründungsgesellschaftern errichtete Stiftungen überführt: 70 % der Geschäftsanteile gingen auf die gemeinnützige Schreiner-Stiftung für Forschung und Bildung über, den Rest hält die Schreiner-Familienstiftung.
In Trägerschaft der Schreiner-Stiftung für Forschung und Bildung wurde 2004 die Fachakademie für angewandte Hygiene als Fortbildungseinrichtung auf Non-Profitbasis ins Leben gerufen.
Seit 2007 führt die Fachakademie die bisherigen Wissenschafts-Praxis-Foren der Kesla Hygiene AG turnusgleich als Anwendersymposien fort. 2013 schloss sie eine Ausbildungskooperation mit der BA Sachsen Studienakademie Plauen im Studiengang Lebensmittelsicherheit. Das Modul Reinigung & Desinfektion, das extern durchgeführt wird, ist mittlerweile zum festen Bestandteil des Studiums geworden.
 
So ist der Traum des Gründungsvaters der Kesla – Dr. Gerd Schreiner – Wirklichkeit geworden.
In einem Unternehmen sind Forschung-und Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Anwendungstechnik und -beratung als auch akademische Lehre vereint. Zusammen mit einem angenehmen Betriebsklima und freundlichen Beziehungen zu unseren Partnern ist eine kleine Insel im großen Weltgetümmel entstanden, auf der es sich mit allen Höhen und Tiefen leben lässt.

 
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