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Dem externen Erfahrungsaustausch dient ein regelmäßig veranstaltetes Wissenschafts-Praxis-Forum, das zu wichtigen Rahmenthemen Wissenschaftler und Anwender aus Forschung und Praxis in Bitterfeld-Wolfen zusammenführt.

 

Frühjahressymposium 2010 für Anwender aus der Fischwirtschaft

 
Am 28. April 2010 trafen sich zum zweiten Mal 36 Teilnehmer aus der Fischwirtschaft, dem Fischgesundheitsdienst sowie aus Instituten zum Frühjahressymposium, das dem Rahmenthema
 
“Wasserhygienisierung mit Peressigsäure im Dienste der Fischgesundheit”
 
gewidmet war.
 

 
Vortragsprogramm
 
Dr. Gerd Schreiner, Kesla-Firmengruppe
Begrüßung und Einführung in die Chemie des Stoffsystems Peressigsäure
 
Die Einführung in Geschichte, Chemie und Eigenschaften des Stoffsystems Peressigsäure entsprach zunächst dem zum vorhergehenden Symposium gehaltenen Vortrag.
 
Durchgängiger als damals wurden die Begriffe “Peressigsäure” bzw. PES für das komplette, verkehrsübliche Gleichgewichtssystem aus den Ausgangsprodukten Essigsäure und Wasserstoffperoxid sowie den Zielprodukten Acetylhydroperoxid (AHP) und Reaktionswasser benutzt.
 
Von AHP ist die Rede, wenn der eigentliche Wirkstoff in diesem System gemeint ist. Dieser ist keine Säure, sondern eine esteranaloge Neutralverbindung.
 
Neu war der zweite Teil, der sich mit dem innovativen Solvent Cage-Typ (kurz SC-Typ) befaßte. Durch die Cage-Bildung wird das AHP langlebiger, auch erfolgt eine Herabsetzung der Bioverfügbarkeit. Unmittelbar vor der Anwendung wird der Retardiereffekt durch alkoholische oder alkalische Aktivierung aufgehoben.
 
Dann zeigt sich oft eine, gegenüber wässrigen Gleichgewichts-PES mit gleichem AHP-Gehalt erhöhte mikrobielle Wirksamkeit. Die optimale Handhabung der interessanten SC-PES (Wofasteril SC-Typen) ist mit spezieller Applikationstechnik möglich
 



Bernhard Feneis, Fischgesundheitsdienst Bayern, Weiden
Rechtliche Hintergründe bei der Anwendung von Peressigsäurepräparaten in der Aquakultur
 
Im Bereich der Fischwirtschaft besteht in mehreren Bereichen akuter Therapienotstand.
Hier muss man entweder auf Standardzulassungen – die es für Peressigsäure nicht gibt – zurückgreifen oder die auf dieser Basis existierenden Arzneimittel wie Wofasteril (Human-AM zur Hygienischen Händedesinfektion) bzw. Upersan-dip (Zitzendesinfektionsmittel) oder Uterofertil neu (Uterustherapeutikum für Kühe) entsprechend der Umwidmungskaskade des § 56a (2) AMG bei dokumentiertem Therapienotstand zu nutzen.
 
Man sei sich aber einig, dass die “Kaskade” keine Lösung auf Dauer sein kann. Eine soeben gegründete Arbeitsgruppe soll dazu Vorschläge erarbeiten, welche Wege zur Abhilfe als praktikabel erscheinen.
 

 
Dr. Thomas Meinelt, IGB Berlin, Abt. Ökophysiologie u. Aquakultur, Sarah Matzke, Humboldt-Universität zu Berlin,
“Hygienisierung mit Peressigsäure (Wofasteril) – Erfahrungen aus dem Labor”
 

 
Sarah Matzke, Humboldt-Universität zu Berlin, Dr. Thomas Meinelt, IGB Berlin, Abt. Ökophysiologie u. Aquakultur,
“Peressigsäure gegen Ichthyophthirius multifiliis
 

 
Uwe Reuter, Fischerei Erzgebirge
“Hygieninisierung gegen Ichthyophthirius mit Peressigsäure (Acetylhydroperoxid) – Erfahrungen aus der Praxis”
 

 
Herbert Nigl, Aquarium Dietzenbach
“Hygienisierung des Hälterungswassers in einer Zierfischanlage mit Peressigsäure”
 

 
Heiko Gärtner, Kesla Hygiene
“Applikationsmöglichkeiten von Wofasteril und seiner derzeitigen Verfahrensvarianten (Kombiverfahren)