wpf.png

Dem externen Erfahrungsaustausch dient ein regelmäßig veranstaltetes Wissenschafts-Praxis-Forum, das zu wichtigen Rahmenthemen Wissenschaftler und Anwender aus Forschung und Praxis in Bitterfeld-Wolfen zusammenführt.

 

Frühjahressymposium 2014

Zum diesjährigen Frühjahrssymposium waren vor allem Vertriebspartner der Kesla Hygiene AG geladen, die auch diese Veranstaltung sponserte. Es ging darum, den knapp 40 erschienen Gästen den momentanen Stand der Entwicklung leistungsfähiger Peressigsäure-Desinfektionsverfahren in Theorie und Praxis zu demonstrieren. Ziel des Hauses Kesla ist es, soviel wie möglich R&D-Aufgaben mit so wenig wie möglich Produkten überzeugend zu lösen.
 
Chef 2014
 
Im Auftaktvortrag stellte Dr. Schreiner die Stufen der „Wofasteril-Pyramide“ dar. Basis ist die Schaffung von Wofasteril vor nunmehr 35 Jahren durch den Erfurter Arbeitskreis um Prof. Sprößig und Dr. Mücke in Kooperation mit der Pharmasparte der Farbenfabrik Wolfen um den Pharmazierat Dr. Möhring. 1972 erhielt Wofasteril die Zulassung als Arzneimittel zur Anwendung am Menschen (Hygienische Händedesinfektion) und 1975 für mehrere veterinärmedizinische Indikationen. Dazu kamen noch vielseitige Anwendungen in der Industriehygiene.
 
Bild1
 
Noch heute läßt sich die herausragende Leistungsklasse von Wofasteril in den Desinfektionsmittel-Listen ersehen, die u.a. von der DVG und der VAH herausgegeben werden. Hier als Beispiel der Ver-gleich der Eintragungswerte Konzentration/Einwirkzeit in der DVG-Liste Tierhaltung mit zwei handelsüblichen Desinfektionsmitteln:
 
Bild2
Bild vergrössern
 
Von den Vergleichsprodukten müssen teilweise die 5- bis 10fachen Konzentrationen zur Erreichung der Listungskriterien eingesetzt werden. Wo Licht ist, fehlt meist auch der Schatten nicht. Das sind hier der in höheren Anwendungskonzentrationen störende reizende Essiggeruch und vor allem die stark korrodierende Wirkung auf Eisen und Buntmetalle.
Hier setzt das (1+3) Wofasteril-Kombiverfahren an – Ebene 2 der Wofasteril-Pyramide – mit dem die moderne PES-Desinfektion beginnt:
 
Bild3
 
Ein weiterer Meilenstein der modernen PES-Desinfektion war die Schaffung des Wofasteril SC-Types bei Kesla. SC steht für Solvent Cage, was soviel wie Lösungsmittel-Käfig bedeutet.
 
Bild4
 
Ein mehr oder weniger großer Teil der AHP-Moleküle assoziiert mit hochsiedenden Estern und verhält sich so, als wäre er in einem Käfig eingeschlossen. Dadurch sinkt die Bioverfügbarkeit, was die Hautverträglichkeit solcher PES gegenüber gleichkonzentrierten wäßrigen PES verbessert. Auch nimmt die Haltbarkeit zu. Der Retardiereffekt des Käfigs kann durch Alkohole oder Alkali aufgehoben werden:
 
Bild5
 
Bei der alkalischen Aktivierung treten ein erstaunliche Effekte auf. Einer davon ist die frappierende Aktivitätssteigerung, die beim 1+1 Wofasteril SC super genutzt wird:
 
Bild6
Bild vergrössern
 
Man sieht aus der DVG-Liste Tierhaltung, daß hier die gleichen Listungswerte wie beim Wofasteril E 400 erreicht werden, obwohl beim 1+1 Wofasteril SC super nur ¼ des Wirkstoffes AHP zum Einsatz kommt wie beim Wofasteril E 400 oder beim davon abgeleiteten Kombiverfahren. Damit haben wir die derzeitige Spitze der Wofasteril-Pyramide erreicht.
 
Bild7
 
Bild8
 
Gruppe_2014
 
In der Fortsetzung sprach Dipl.-Ing. agr. Sven Lucas zum Thema „Wichtige Vertriebsargumente aus dem Vergleich DVG-Listung Tierhaltung, Wirkungsspektrum und Kosten“
 
Lucas_2014
 
Dabei ging es auch der Sicht der Vertriebspartner um die Fragestellungen
• Welche Mittel empfehle ich meinen Kunden bei R & D und warum?
• Wo liegen Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale?
• Wie verhält es sich mit den Kosten?
 
Bild9
 

• Ist das Mittel DVG-gelistet?
• Besitzt das Mittel ein umfassendes Wirkungsspektrum?
• Ist es auch bei winterlichen Temperaturen anwendbar, wo Mittel auf Aldehydbasis oder organische Säuren versagen?
• Läßt das Mittel keine Resistenzbildunge zu?
• Hat das Mittel niedrige Anwendungskonzentrationen und kurze Einwirkzeiten?
• Verfügt es über akzeptable Verträglichkeit für Mensch, Tier und Umwelt?
• Ist das Mittel gut zu applizieren (sprühen, verschäumen u. a.)?
 
Alle diese Fragen sind bei PES-Spezialitäten von Kesla mit JA zu beantworten!
Besondere Bedeutung kommt den von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft eV – kurz DVG – herausgegebenen Desinfektionsmittel-Listen zu. Für die Aufnahme in die Listen sind zwei unabhängige Gutachten nach DVG-Richtlinien erforderlich, die einer Experten-Kommission der DVG („Desinfektionsmittel-Ausschuß“) evaluiert und i.d.R. mit einem Sicherheitszuschlag versehen werden, wie nachfolgend am Beispiel 1+1 Wofasteril SC super demonstriert werden soll:
 
Bild10
 
Bild11
 
Bild12
 
Im Falle anzeigepflichtiger Tierseuchen greift die
 
„Richtlinie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über Mittel und Verfahren für die Durchführung der Desinfektion bei anzeigepflichtigen Tierseuchen“ (323-3602-19/1, Stand Februar 2007) – umgangssprachlich kurz „Tierseuchen-Richtlinie“ genannt.
 
Darin ist unter 2.3. „Chemische Desinfektionsmittel (Handelspräparate“) festgelegt:
 
„Nur DVG-gelistete Handelspräparate sind neben Grundchemikalien für die Desinfektion von Tierseuchenerregern zu verwenden.“
 
Lediglich nach DIN/EN geprüfte Produkte sind im Seuchenfall unzulässig!
 
Bei bakteriellen Tierseuchen sind Mittel aus Spalte 4a der DVG-Liste Tierhaltung zu verwenden, die in der Gebrauchskonzentration innerhalb von 2 Stunden als wirksam eingetragen sind.
 
Bei viralen Tierseuchen ist vorgeschrieben:
 
- unbehüllte Viren: Mittel aus der Spalte 7a der DVG-Liste, die innerhalb von 2 Stunden als wirksam eingetragen sind unter Verdoppelung ihrer Gebrauchskonzentration.
 
- behüllte Viren: Mittel aus der Spalte 7b der DVG-Liste, die innerhalb von 2 Stunden als wirksam eingetragen sind unter Verdoppelung ihrer Gebrauchskonzentration.
 
Die Angaben gelten für Temperaturen von 20 °C. Für den Temperaturbereich zwischen 10 °C und 20 °C sind Konzentrationserhöhungen zurzunehmen. Präparate auf der Basis von Aldehyden und organischer Säure dürfen nicht bei Temperaturen unter 10 °C verwendet werden.
 
Bild13
 
Der bis 2012 amtierende Vorsitzende des Desinfektionsausschusses der DVG, Prof. Dr. R. Böhm äußert sich in dem gemeinsam mit D. Strauch verfaßten Fachbuch „Reinigung und Desinfektion in der Nutztierhaltung und Veredelungswirtschaft“ (Enke-Verlag, Stuttgart 2007) wie folgt:
„Aus ökotoxikologischen Gründen sollte die Verwendung von Aktivchlorverbindungen und Phenolen vermieden werden, weil chlororganische und phenolische Verbindungen in Öko-systemen persistieren können. Ökologisch optimal sind sauerstoffabspaltende Wirkstoffe (Peroxoverbindungen). Präparate auf der Basis von Aldehyden und organischen Säuren sollten nur angewendet werden, wenn ein für ihre Wirkung optimaler Temperaturbereich gegeben ist.“
 
Kosten der Flächendesinfektion
Die Eintragungswerte der Handelspräparate in die DVG-Liste bilden die Basis für objektive Leistungs- und Kostenvergleiche der Mittel. Wo die Eintragungswerte in der Spalte 4a fehlen, sind diese Mittel bei bakteriellen Tierseuchen nicht einsetzbar.
 
Bild14
Bild vergrössern
 
Bei dem in der letzten Zeile aufgeführten Ascarosteril AB wird die komplette Desinfektion in einem einzigen Arbeitsgang erreicht.
 
Der 3. Vortrag von Frau Martina Baumann, Dipl.-Ing. (FH) für Fleischtechnologie und Anwendungsberaterin, hatte den Titel
„Moderne Verfahren der Peressigsäure-Desinfektion als Einheit von Chemie und Applikations-technik“
 
baumann_2014
 
Im Zentrum der Präsentation steht das Topp-Produkt 1+1 Wofasteril SC super
 
Bild15
 
und seiner derzeitigen Ausstattung mit Listungen und Gütezeichen:
 
Bild16
 
Zur Optimierung der Anwendung wurde das WOFA-MAT™-System entwickelt.
 

  • Das WOFA-MAT Desinfektionssystem ist eine automatische Verfahrenslösung, welche die Dosierung und Ausbringung eines Zweikomponenten-Desinfektionsmittels in der Praxis sicher und effizient ermöglicht.
  •  
    Bei Einsatz der Geräte erfolgt eine automatische Zudosierung eines unserer Peressigsäure-Kombiverfahren in den Hochdruckwasserstrom. Dabei kann eine exakte Dosierung beider Komponenten gemäß DVG- Listungswerten garantiert werden. Des Weiteren ist eine gleichmäßige Ausbringung des Desinfektionsschaumes gewährleistet. Die Gebrauchslösung wird immer frisch erzeugt, es bleiben keine Reste.
     

  • Beide Komponenten werden erst am Ausgang des Hochdruckgerätes zu dosiert, dadurch erfolgt kein Kontakt zwischen Antriebstechnik und den Wirkstoffkomponenten.
  •  

  • Je nach Leistungsbedarf gibt es eine Serie mit derzeit drei Modellen:
  •  
    Bild17
     
    Der mit Hilfe der WOFA-MAT-Technik mit entspechenden Schaumlanzen ausgebrachte Desinfektionsschaum besitzt wesentliche Vorteile:
     
    Bild18
     
    Technische Details sind auf unserer Website zu finden. Auch auf kundenspezifische Projekte soll an dieser Stelle verzichtet werden.
     
    Bild19
     
    Den 4. und letzten Vortrag des Symposiums hielt der Projektleiter Technik der Kesla Hygiene AG, Herr Dipl.-Ing. Heiko Gärtner.
     
    heiko 2014
     
    Zur Begriffsbestimmung der Applikationstechnik
     
    Bild20
     
    WOFA-TEC® und WOFA-MAT® sind eingetragene Warenzeichen.
     
    Bild21
     
    Für robustere Aufgaben und höhere Leistungen werden hydrodynamische Pumpen eingesetzt
     
    Bild22
    &nbsp
    Bild23
     
    Bild24
     
    Bild25
     
    Zum Schluß Übersichten über die Applikationsvielfalt unserer Kombiverfahren
     
    Bild26
     
    Bild27
     
    Bild28